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Gedanken zur Zeit

Liebe Gemeinde,

das Beste kommt zum Schluss, so waren wir uns als Kinder einig und freuten uns auf  den Nachtisch. Aber als Letzter zur Völkerballmannschaft gewählt zu werden, mochte keiner. Im Gegensatz zum Nachtisch wurden dort die Allerbesten zuerst aufgerufen. Nicht nur bei der Quietscheentchenregatta
und der Wahl der Sandsteinkönigin fiebern alle mit, wer das Rennen macht.
Vieles scheint im Leben ein Wettkampf zu sein. Alles wird beobachtet, gemessen, gewogen, begutachtet und bewertet: ob das Kleinkind noch gestillt wird oder schon den Löffel halten kann, wann der erste Zahn und der erste Satz über die Lippen kommt. Nur ganz am Schluss ist es anders. Da zählt, wer noch dabei sein kann, während andere aus dem Rennen genommen sind.
Ob wir zu denen zählen, mit grauen Hosen und Schuhen oder eher zu jener in
schwarz ? Sind die grauen Personen noch im Rennen und die schwarze raus? Keiner mag schwarze Alleinstellungsmerkmale. Denn uns wird bewusst, im Ernstfall sitzen wir ohnehin im gleichen Boot. Sosehr wir uns auch beeilten, bestens organisierten, früher am Start waren - es kann plötzlich komplett anders ausgehen, als gedacht. Alles, was anfangs so klar und  selbstverständlich schien, kommt von einem Moment auf den anderen in Wanken. Wir fragen, warum das alles? Damit wir nicht nur auf unsere Pläne trauen? Damit wir uns nicht in Hochmut, sondern in Demut üben? „Und siehe,
es sind Letzte, die werden die Ersten sein; und sind Erste, die werden die Letzten sein.“ So endet Jesus Rede auf dem Weg nach Jerusalem, dem Ziel seines irdischen Weges. Einer seiner Hörer fragt nach: „Herr, meinst du, dass nur wenige selig werden?“ Dahinter höre ich die ängstliche Sorge, „Gehöre ich zu den Wenigen dazu? Bin ich dabei oder außen vor?“ Für Gottes Willkommenskultur ist nicht wichtig, wer zuerst da war. Wer zuletzt hinzukommt, ist gleichermaßen willkommen. Seine Willkommenskultur
stellt unsere Praxis auf den Kopf. Oder sagen wir besser vom Kopf auf
die Füße, indem sie unsere Gedankenraster durcheinanderwirbelt. Keiner hat Anspruch, aber Gott hat Gnade. Das hat so mancher von uns schon erlebt. Aber die Hoffnung auf ein gutes Ende, kann er auf seine Weise zum Ziel führen. Aus der Bibel kennen wir Petrus, der Jesus nicht zu kennen vorgibt, obgleich er zuvor bei seinem Leben ihm die Gefolgschaft schwor. Dieser Petrus, der sich beim Hahnenschrei weinend als Versagererkennt, wird von Jesus zum  Grundstein der weltweiten Gemeinden. Der sich wie der Letzte benahm, darf seine Liebe unvoreingenommen unter Beweis stellen mit seinem Lebenswerk. Nicht zum „schwarzen Schaf“ ist er gemacht, sondern zum „Petros“, zum Fels, auf den Jesus seine Gemeinden gründen will. Das ist ermutigend, auch für uns!


Ihre / Eure PfarrerinMechthild Hinz

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Letzte Änderung: 01.09.2017

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