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Gedanken zur Zeit

Liebe Gemeinde,
Ostern feiern wir, dass der Tod nicht das letzte Wort behält. Denn Ostern zeugt vom Leben trotz Zerbrechlichkeit und Vergänglichkeit. Das scheint wider die Vernunft und ist nicht offenkundig vor Augen, aber es ist erfahrbar. Wenn Menschen die feste Zuversicht in sich tragen auf das, was sie erhoffen, selbst dann, wenn es auf den ersten Blick nicht zu sehen ist, stehen Glaubenserfahrungen dahinter. Viele Entde-ckungen sind in den Ostersymbolen zu finden, die die Zuversicht zum Ausdruck bringen, dass da mehr ist als auf den ersten Anschein zu sehen ist. Ein uns allen bekanntes Symbol ist das Osterei. Es ist ein alter Brauch Eier zum Osterfest zu färben zum Zeichen, dass diese besondere Eier sind. Sie umhüllen mit ihrer Schale ein kleines Wunder, das nicht immer vor Augen ist– nur manchmal haben wir das Glück, mitzuerleben, wie von innen her die Schale allmählich Risse bekommt, es wackelt, weil sich innen etwas Lebendiges bewegt, das sich ans Licht kämpft mit seinem kleinen Schnäbelchen, bis am Ende ein kleines zerbrechliches Kücken herauskommt. Dieses Ei ist keines, das in den Kühlschrank gehört. Es ist ein besonderes, eines, in dem neues Leben verborgen ist. Auf dem Bauernhof können wir dies ganz genau beobachten. Dann staunen wir über das Wunder, das ein solch besonderes Ei in sich verbirgt. Ich habe die Ostereier, die hier blau gefärbt sind, an ein kleines Bäumchen gehängt, das mich zum Staunen gebracht hat. Was wie orangefarbene Ostereier aussieht, sind die Früchte eines Orangenbäumchens, das mir die Mitarbeiter der Kirchgemeinde Dresden Leuben im August 2015 zum Abschied schenkten. Lange war nicht klar, ob es den Ortswechsel vom Gewächshaus mit Profigärtnerpflege in meine Wohnstube würde überleben können. Und nun schauen Sie selber: Mindestens 10 wohlschmeckende kleine orange Mandarinen haben uns und unsere Gäste kulinarisch verwöhnt und mit Vitaminen versorgt und noch immer hängt es voller reifer Früchte! Wenn wir es gegossen haben, haben wir natürlich gehofft, dass es gedeiht und irgendwann einmal Früchte trägt. Drei Jahre hoffen und sich mühen, haben sich gelohnt. Ehrlich gesagt, der Zweifel schwingt manchmal dennoch mit. Was aber zählt ist, dass die Zuversicht uns nicht aufgeben ließ, weiter in Geduld zu hoffen trotz Zeiten welker Blätter. Wertschätzend haben wir es achtsam gegossen und das Pflänzchen der Sonne anzuvertraut. Dort, wo wir heute möglicherweise die ausstehenden Früchte bedauern, können sie uns morgen überraschen. Dort, wo wir in unserem Tun uns vom Zweifel in Frage gestellt sahen, kann sich vor unseren Augen ein Wunder offenbaren: manchmal braucht es viel Geduld und viel, viel Glaubenszuversicht, um nicht aufzugeben im Hoffen darauf, dass trotz unübersehbarer Schwierigkeiten etwas Gutes wachsen wird. Davon erzählt nicht nur das Osterfest sondern auch der Monatsspruch des Mai:
„Es ist aber der Glaube eine feste Zuversicht auf das, was man hofft, und ein Nichtzweifeln an dem, was man nicht sieht.“ Diese Erfahrung wünscht Ihnen


Ihre Pfarrerin M. Hinz

Letzte Änderung: 15.03.2018

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