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Umfangreiche Außensanierung der Kirche Papstdorf ist in vollem Gange

Die seit mehreren Jahren geplante Außensanierung der Papstdorfer Kirche konnte begonnen werden und geht bereits mit großen Schritten voran. Im Rahmen der vorgesehenen Außensanierung werden die Fenster der Längsseiten des Kirchenschiffes sowie die Haupteingangstür erneuert, der Außenputz wird, wo es erforderlich ist, instand gesetzt, die Sandsteingewände und -gesimse werden saniert und die Kirche erhält einen neuen Anstrich. Die alte Dachdeckung des Kirchenschiffes wird erneuert und in dem Zusammenhang werden die, nicht wenigen, Schäden an der Dachkonstruktion behoben. Schließlich wird die Dachentwässerung erneuert und das Kirchturmdach erhält erstmalig eine Entwässerung. Diese Arbeiten beeinträchtigen natürlich die Nutzung der Kirche. Die Orgel wurde zu ihrem Schutz vor Staub eingepackt. Die Kronleuchter wurden mit Folie geschützt. Die Fensteröffnungen werden über den längsten Abschnitt der Baumaßnahme mit Spantafeln und Folie verschlossen sein.
Dennoch können Beerdigungen und einzelne Veranstaltungen weiterhin stattfinden. Ein jeweils vorheriges Reinigen der Kirche ist jedoch erforderlich, da der Baustaub auch durch geschlossene Türen dringt. Die für diese umfänglichen Arbeiten geöffnete Friedhofsmauer wird nach Beendigung der Baumaßnahme  wieder aufgebaut, und wird ein bislang fehlendes Fundament erhalten.
Wir bitten um Verständnis für die Beeinträchtigungen auf dem Friedhof und bei
der Nutzung der Kirche und freuen uns darauf, wenn sie nach erfolgreicher Sanierung in neuem Glanz erstrahlt.

Ralph Hubrich

Dieses Vorhaben wird gefördert durch:

Dorfkirche Papstdorf

Weithin sichtbar steht die spätbarocke Papstdorfer Kirche auf einer kleinen Anhöhe nördlich über dem Ort: Der markante, wuchtige Turm mit seiner Haubenkrönung - "zur besseren Ansicht und Zierde" übrigens an die Ostseite der Kirche gestellt - prägt entscheidend ihr Bild. Mit ausgewogenen Proportionen fügt sich der schlichte Bau als harmonischer Akzent in die Landschaft ein.

Bereits im Mittelalter stand an der Stelle der jetzigen Kirche ein Vorgängerbau. Aus Beschreibungen ist ihr Bild überliefert; sie war ein kleines Kirchlein mit einem hölzernen Dachreiter, Anbauten für die Sakristei und ein Beinhaus sowie einer Außentreppe zur Empore. Schon bald nach dem Dreißigjährigen Krieg erwog man, anstelle dieser alten Kirche eine neue zu bauen, aber es fehlte noch lange Zeit an Geld. 1749 fasste man den Plan wieder ernsthaft ins Auge; doch es dauerte beinahe 40 Jahre, bis das neue Gotteshaus endlich stand. Immer wieder wurde der Bau hinausgezögert. Erst als Notreparaturen am einsturzgefährdeten alten Kirchlein nichts mehr nützten, entschloss man sich zum Neubau. Die bauliche Oberleitung oblag dem Amtsmaurermeister Johann Daniel Kayser aus Pirna, die Bauausführung erfolgte unter der Leitung von Maurermeister Reichert aus Königstein. Beide hatten sich in einem längeren Wettbewerb mehrmals um den Bau beworben, verschiedene Entwürfe eingereicht und einander in den Preisen zu unterbieten versucht, bis die salomonische Entscheidung gefällt wurde, beiden gemeinsam - mit der genannten Aufgabenteilung - den Bau zu übertragen und damit aus Rivalen Partner zu machen. Das Ergebnis gibt dieser Entscheidung recht. Nach dreijähriger Bauzeit konnte die neue Kirche am 9. Dezember, dem 2. Adventssonntag des Jahres 1787, eingeweiht werden.

Erwähnenswert ist, dass zu diesem feierlichen Ereignis eine Kantate des Dresdner Kreuzkantors Gottfried August Homilius (1755-1785), eines der bedeutendsten Schüler Johann Sebastian Bachs, erklang. Das Werk für Solo, Chor und Orchester erhielt einen eigens für diesen Zweck unterlegten Text. Homilius wurde übrigens im nahegelegenen Rosenthal geboren, wo noch heute eine Gedenktafel an ihn erinnert.

 

 

Schlichte Schönheit zwischen Spätbarock und Klassizismus

Das saalartige Kircheninnere ist flach gedeckt, zweigeschossige Emporen, von sechs eleganten Holzpfeilern gestützt, gliedern die Seitenwände.

Trotz des rechteckigen Grundrisses erweckt der Innenraum beim Blick zum Altar den Eindruck eines Ovals. Er rührt aus dem Verlauf der Emporenbrüstungen her, die sich in eleganten Rundungen vom letzten östlichen Pfeilerpaar bis zum Kanzelaltar schwingen und damit eine Zentralausrichtung des Gesamtraumes suggerieren. Damit führt der Bau Grundsätze protestantischer Kirchenarchitektur weiter, die schon von George Bähr vorgeprägt worden waren.

Die schlichte Schönheit des Innenraumes überrascht und nimmt gleichzeitig gefangen. Bänke, Emporenbrüstungen und Kanzelaltar sind holzsichtig und vermitteln mit Ihrer kräftigen Brauntönung eine gediegen-warme, beinahe wohnliche Atmosphäre. Sie waren übrigens zu keiner Zeit bemalt, was für den Spätbarock durchaus eine Seltenheit darstellt.

 

 

Zu den wenigen Ausstattungsstücken gehört neben Leuchtern und Altarkreuz ein schöner klassizistischer Taufstein in Form eines hohen, kannelierten Kelches aus dem Jahre 1837. Die Orgel - eine gediegene Handwerksarbeit mit zwei Manualen und Pedalwerk - entstand 1845 und wird Wilhelm Leberecht Herbrig aus Langenwolmsdorf zugeschrieben.

 

Das Geläut der Kirche bestand ursprünglich aus drei Bronzeglocken - alle aus dem 18. Jahrhundert und Inschriften tragend. Die kleinste von ihnen - aus dem Jahre 1733 - wurde jedoch während des Zweiten Weltkrieges abtransportiert und eingeschmolzen. Der schöne Klang der großen und der mittleren Glocke (gegossen 1711 bzw. 1787) wird jedoch noch heute zu Gottesdiensten und Festtagen weit über Papstdorf hinausgetragen.

Die Papstdorfer Kirche ist am günstigsten mit dem Bus zu erreichen. Sowohl aus Richtung Königstein als auch aus Richtung Bad Schandau kommend, fährt man über Kurort Gohrisch und steigt an der Haltestelle "Erblehngericht Papstdorf" aus. Leider machen Lage und bauliche Gegebenheiten der Kirche den Besuch durch Körperbehinderte ohne größere Unterstützung sehr schwierig.

 

 

 

Letzte Änderung: 29.06.2016

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