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Stadtkirche Königstein

Wer in unsere Kirche eintritt, wird verwundert sein über einen Innenraum, den er nicht erwartet. Der Unterschied zwischen innen (Klassizismus) und außen (Barock) erklärt sich durch den Stadtbrand im Jahre 1810. Damals brannte auch die barocke unter der Leitung George Bähr's erbaute Kirche bis auf die Grundmauern nieder. Sie wurde dann äußerlich mit erheblichen Mühen wieder errichtet und innen dem klassizistischen Zeitgeschmack entsprechend gestaltet. Einen Kanzelaltar in Form eines griechischen Tempeleingangs (ionischer Portikus) aus Sandstein hätten Sie sicher nicht in einer christlichen Kirche erwartet.

Er ist gegen das Licht gestellt und war ursprünglich (1811) für eine Bemalung vorgesehen. Wenn das Sonnenlicht durch die klaren erneuerten Fenster auf den Altar fällt, lässt er seine lebendige Struktur hervortreten.

Im Giebel des Tempeldaches können Sie ein altes christliches Symbol entdecken: Das Dreieck mit dem Auge symbolisiert Gott. Wie die drei Seiten ein Dreieck bilden, so sind Vater, Sohn und Heiliger Geist der eine Gott, den die Bibel bezeugt. Das Auge im Dreieck steht für die Gegenwart Gottes an jedem Ort der Welt. Das Dreieck mit dem Gottesauge ist vor die Sonne gesetzt, deren Strahlen hinter den Wolken hervortreten.

 

Mit dem Sonnensymbol wurde in der Zeit der Aufklärung die Hoffnung verbunden, dass sich die Vernunft, die Gott den Menschen geschenkt hat, endlich in der Welt durchsetzt. Am Anfang des 21. Jahrhunderts zeichnet sich dieser Hoffnung gegenüber eine große Skepsis ab. Ähren und Weinreben links und rechts an der Altarwand, erinnern an Brot und Wein, wie Jesus sie beim letzten Abendmahl mit seinen Jüngern verwendet hat und die Palmwedel an den umjubelten Einzug Jesu in Jerusalem. Das Kreuz auf dem Altartisch zeigt Jesus, den Sohn Gottes, in seinem Leiden und Sterben. Als Christen glauben wir, dass Jesus Christus stellvertretend für unsere Schuld gestorben ist und uns deshalb nichts mehr von Gott trennt.

Hinter dem Kreuz am Altar befand sich ursprünglich das Bild eines unbekannten Künstlers. Es zeigte den auferstandenen Jesus beim Abendmahl mit zwei Jüngern in dem Dorf Emmaus. Sein Verbleib ist ungeklärt.

 

Statt dessen hat Prof. Gunther Jacob aus Dresden 1999/2000 ein neues Altarbild geschaffen und unserer Gemeinde zum Erwerb angeboten.

 Als abstraktes Werk ist es sicher nicht jedem Besucher sofort zugänglich. Mit seinem, Bild will der Künstler keine konkrete Geschichte erzählen. Er lädt den Betrachter vielmehr ein, im Zusammenhang mit den Liedern, Texten und Gebeten des Gottesdienstes oder der stillen Besinnung selber eine Geschichte mit dem Bild zu haben. So kann es viele Geschichten erzählen, z.B. die Ostergeschichte oder von der Himmelfahrt Jesu oder vom Auszug des Volkes Israel aus Ägypten. Aber vielleicht entdecken Sie etwas ganz anderes! Nehmen Sie sich doch einfach etwas Zeit und lassen Sie das Bild auf sich wirken.

 

In den Fenstern des Chorraumes sind möglicherweise die Wappen zweier Adelsfamilien unseres Gemeindebereiches zu sehen: rechts wahrscheinlich das derer von Bünau zu Prossen und links das derer von Bärenstein zu Thürmsdorf.

Der aus Zöblitzer Serpentinstein gefertigte Taufstein in der Mitte des Altarplatzes ist genau in die Flucht von Altartisch und Kanzel gesetzt. So kommt der Auftrag der Kirche zum Ausdruck, nämlich die Menschen um die Sakramente (Taufe und Abendmahl) und Gottes gute Botschaft zu versammeln. Diese Einheit ist Kennzeichen und Auftrag der Kirche.

Verborgene Kreuze wiederentdeckt
Durch Freilegungsarbeiten konnte die ursprüngliche Bemalung und Farblichkeit unserer Kirche von 1824 ermittelt werden. Das triste Grün der 30er Jahre wich in den Jahren 2001- 2003 den verschiedenen Ornamenten in hellen Farbtönen von weiß über ocker bis hellblau. Auch die Decken und Wandflächen sorgen mit ihrem hellen Farbton für eine angenehme und lichte Atmosphäre in unserer Kirche.

 

Seit 1992 wird die Kirche grundlegend saniert. Vieles ist bereits erreicht: Die Turmdachhaut und die Fenster wurden völlig erneuert, das Kirchendach an der Nordseite neu gedeckt, der Glockenstuhl saniert und verfestigt, neue Bankheizungen eingebaut und Dach und Loge des Sakristeianbaus instandgesetzt. Die Innenraumsanierung konnte 2003 mit der farblichen Neugestaltung der Sitzbänke, Emporen und Innenwände, sowie mit der Vergoldung der Reliefs am Altar abgeschlossen werden. Die Bewältigung dieser Aufgaben wäre ohne Fördergelder und eine hohe Spendenbereitschaft nicht denkbar gewesen.

 

Die Jehmlich - Orgel der Kirche wurde 1848 als zweimanualiges Instrument mit 26 Registern errichtet, später aber umgebaut und um ein Rückpositiv erweitert; das ursprüngliche Gehäuse blieb jedoch erhalten. Nach reichlich 150 Jahren Spieldauer stieg das Reparaturaufkommen derart an, dass ein grundlegender Neubau notwendig wurde. Am 8.4.2007 konnten wir die neue Orgel im "alten Gewand" mit zwei Manualen einweihen (erster Bauabschnitt). Im Februar 2008 wurde die Orgel um 4 Register im Oberwerk erweitert und im Oktober desselben Jahres konnte das Schwellwerk fertiggestellt werden ( zweiter Bauabschnitt). Auch hier sind wir allen Spendern und Förderen sehr dankbar. Totzdem sind wir weiterhin auf Ihre Spenden angewiesen, denn es wird noch einen dritten Bauabschnitt geben, in dessem Ergebnis die Orgelbekrönung erstellt wird.

Wenn all diese Hürden genommen sind, hat die Orgel 38 Register und wir können stolz darauf verweisen, die neuste dreimanualige Orgel im Kirchenbezirk zu besitzen.

In den Sommermonaten können Sie die Kirche zwichen 8 und 18 Uhr besichtigen. 

Letzte Änderung: 13.05.2013

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